
Bild: Adobe Stock – Älteres Paar bei der gemeinsamen Nutzung eines
Tablets
Geschlecht und Gender
Zahlreiche Studien zeigen, dass sich Frauen und Männer in Bezug auf Krankheitsverlauf, Risikofaktoren, Symptomwahrnehmung und das Ansprechen auf Behandlungen unterscheiden können. Diese Unterschiede betreffen nicht nur biologische Aspekte, sondern auch soziale und alltägliche Lebensbedingungen, die das Gesundheitsverhalten und die medizinische Versorgung beeinflussen.
Dennoch werden medizinische Leitlinien, Studien und digitale Gesundheitsanwendungen häufig geschlechtsneutral entwickelt. Dadurch kann es passieren, dass unterschiedliche Bedarfe nicht ausreichend berücksichtigt werden. Geschlechtssensible Forschung hat deshalb das Ziel, mögliche Unterschiede systematisch zu untersuchen und auf wissenschaftlicher Grundlage in die Versorgung einzubeziehen – ohne dabei stereotype Vorstellungen zu verstärken.
Ziel dieses Ansatzes ist es, medizinische Maßnahmen nicht für alle Menschen pauschal gleich zu gestalten, sondern mögliche Unterschiede wissenschaftlich fundiert zu erfassen und in der Versorgung angemessen zu berücksichtigen.
In der klinischen Praxis können geschlechtsspezifische Unterschiede Auswirkungen auf die Diagnostik, die Therapieplanung und die Therapietreue haben. Werden solche Unterschiede nicht ausreichend beachtet, besteht das Risiko, dass einzelne Gruppen nicht optimal versorgt werden oder eine Unter- beziehungsweise Fehlversorgung entsteht.
Projektpartner

Projektförderung
Projektlaufzeit: 11/2025 bis 10/2028
Förderkennzeichen: 16SV9513

